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Fotokredit: HBP Stmk/Bruno Klomfar

legero united campus

Bauherrschaft: legero united
Holzbauunternehmen: Lieb Bau Weiz
Beschreibung zum Objekt:

Der legero united campus im Süden von Graz besteht aus zwei unterschiedlich großen Ringen. Großzügige Verglasungen, die im Sonnenlicht changierende Fassade aus bronzefarbenem, eloxierten Aluminium und die üppig bepflanzten Innenhöfe verwischen die Grenzen zwischen Innen und Außen. Der größere Büroring kann jederzeit um eine weitere Etage aufgestockt werden. Damit wird dem Wunsch des Kunden nach einem ›mitwachsenden‹, in Etappen ausbaubaren Firmensitz entsprochen, ohne ein Provisorium, einen Torso zu erzeugen. Es entsteht ein Campus als Ort mit eigenständiger Identität und großer Strahlkraft, eine dynamische und doch harmonische Komposition, zu jeder Zeit und in allen Bauphasen. Der innovative Campus übersetzt die Unternehmensphilosophie von Entwicklung und Gemeinschaft in ein architektonisches Gesamtkonzept. Die Gebäude zeigen eine gelungene Symbiose von ausgefeilter Haustechnik, nachhaltigen Materialien und flexiblen Raumnutzungen.

 

Flexible Organisation:

Der große Büroring nimmt die ersten beiden Bauetappen auf und kann über dem Flachdach aufgestockt werden. Die kreisförmigen Grundrisse erzeugen abwechslungsreiche räumliche Erlebnisse in der Bewegung durch die Geschosse und ermöglichen den einzelnen Abteilungen flexible Gestaltungslösungen. Die abgeschlossene Form schützt vor Lärmimmissionen und schafft eine eigenständige Binnenwelt, die mit gläsernen Pavillons, Holzdecks und üppiger Bepflanzung zu Kommunikation und Entspannung einlädt.

Neben dem Büroring liegt das zylinderförmige Outlet. Seine fließende Raumfolge wird gegliedert durch weitere eingestellte Zylinder unterschiedlicher Größe und Funktion sowie eine umlaufende Galerie. Dieses Ambiente schafft ein Einkaufserlebnis, das in hohem Maße mit den Marken des Auftraggebers assoziierbar ist und in weiterer Folge durch zusätzliche kreisförmige Volumen zu einem Fachmarktzentrum ergänzt werden kann.

 

Holzbau und innovative Konstruktion:

Stützen aus Holz und Verbundwerkstoff, deckenhohe Träger aus Stahlbeton und Holz-Beton-Verbunddecken werden nach dem Baukastenprinzip vorgefertigt und auf der Baustelle montiert. Dies ermöglicht neben einem schnellen Baufortschritt auch eine anspruchsvolle, weil definierte Gestaltung der Oberflächen.

Der Einsatz des Deltabeam Verbundträgersystems im gesamten Ringgebäude erlaubt nicht nur eine Reduktion der Konstruktionshöhe von 10 bis 15 Prozent, sondern auch eine flexiblere Innenraumgestaltung und eine einfache Leitungsführung für Heizung und Kühlung. Der im Deltabeam integrierte Brandschutz erspart außerdem den Aufwand der Verkleidung.

 

Nachhaltige Materialwahl:

Bei der Materialwahl wurde großes Augenmerk auf Nachhaltigkeit gelegt. So werden nur heimische Hölzer und, wo es möglich ist, Recyclingbeton verwendet.

 

Angaben Tragwerksplanung:

Das kreisrunde Büro- und Entwicklungsgebäude besteht aus zwei übereinander liegenden Ringen. Der Erdgeschossring ist als Stahlbetonkonstruktion ausgeführt. Seine Decke dient als Abfangdecke für den darüber liegenden Holzbau. Die 250 mm starke Holzbetonverbunddecke des ersten Obergeschosses wird lediglich in den Fassadenachsen und in der Mittelachse gestützt. Das gesamte Tragwerk ist auf die Endlast nach einer zukünftigen Aufstockung ausgelegt. Das Outlet neben dem Büroring ist zylinderförmig. Sein Innenraum wird von eingestellten Holzzylindern unterschiedlicher Größen und Funktionen gegliedert und von einem Holztragwerk stützenfrei überspannt.

 

Das Schuh-Outlet:

Form und Design des kreisförmigen Schuh-Outlet bieten ein ganz besonderes Einkaufserlebnis. Der stützenfreien Raum ist von einem sternförmigen Holztragwerk überspannt. Auch dieses Ringgebäude kann – je nach Wunsch und Entwicklung – flexibel umgestaltet werden.

 

Funktionale, ästhetische und wirtschaftlich hocheffiziente Struktur:

Die beiden Geschosse des Bürorings sind in Bezug auf Nutzung und Material bewusst sehr unterschiedlich gestaltet. Das Erdgeschoss, das alle halböffentlichen Bereiche wie Foyer, Betriebsrestaurant und Besprechungsräume enthält, ist aus Stahlbeton. Stützen, Wände und Decken sind in Sichtbeton ausgeführt und spiegeln damit auch die Robustheit und den Werkstattcharakter der Musterproduktion wider.

Das rundum verglaste Betriebsrestaurant ist als eigenständiger Zylinder in den Innenhof gestellt. Automatische Außenvorhänge schützen vor zu starker Sonneneinstrahlung. Das Obergeschoss ist als Holzbau konstruiert, der kreisförmige Grundriss wird durch Stahlbeton-Zugangskerne gedrittelt. Diese Grundordnung ermöglicht eine funktionale, ästhetische und wirtschaftlich hocheffiziente Struktur und vereinfacht die Aufstockung des Gebäudes. Die Holzoberflächen der Konstruktion bleiben sichtbar, Deckenelemente in Metall bilden einen attraktiven Kontrast. Zwischen den Büroarbeitsplätzen eingestreute Ruheoasen und Gemeinschaftszonen tragen zur Mitarbeiterzufriedenheit bei.

 

Im Mittelpunkt der Mensch

Damit sich die Mitarbeiter und Kunden ›rundum‹ wohlfühlen, haben wir bei der Planung besonderes Augenmerk auf arbeitsplatzfreundliche Räume, Ruheoasen und Gemeinschaftszonen gelegt. Der grüne Innenhof ist Rückzugsort und Energietankstelle. Alle Möbel und die Akustikelemente an der Decke sind aus Holz und sorgen dafür, dass die Atmosphäre nicht zu kühl wirkt. Die wesentlichen Elemente der Holzstruktur können im Gebäude gesehen und erlebt werden. Ästhetisch, wirtschaftlich und nachhaltig.

 

Nachhaltiges Energiekonzept

Eine ausgefeilte Haustechnik, der Einsatz einer Geothermieanlage fürs Heizen und Kühlen sowie Brunnenwassernutzung prägen die nachhaltige Energieversorgung des Campus – und machen die Gebäuderinge zu grünen Satelliten mit hohem Wohlfühlfaktor für Mitarbeiter und Kunden.

Diese Lösung ermöglicht nicht nur höchst effizientes Beheizen, sondern liefert im Sommer praktisch zum Nulltarif einen Großteil der notwendigen Kühlenergie, also passive Kühlung. Durch eine Komfortlüftung mit Wärmerückgewinnung können etwa 80 % der Lüftungswärmeverluste vermieden bzw. zurückgewonnen werden. Die Hauptdachfläche wird außerdem mit einer Photovoltaikanlage bestückt.

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